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Aktuelles
29.06.2026

Spatenstich in Jungingen

Mit dem Ersatzneubau der Werkstatt und Förderstätte in Jungingen entstehen zeitgemäße und bedarfsgerechte Räume für Teilhabe, Arbeit, Förderung und Betreuung.

Mit großer Freude nahmen Vertreter*innen der Stadt, der Lebenshilfe und der Baubeteiligten die Spaten in die Hand.

In kleiner Runde und mit vielen interessierten Zuschauern fand diese Woche der Spatenstich für den Ersatzneubau der Werkstatt Jungingen statt. Oberbürgermeister Martin Ansbacher, Wirtschaftsförderer Markus Mendler und Ortsvorsteherin Marion Schindler griffen seitens der Stadt zum Spaten. Rudolf Bader und Kurt Wanner als Architekten des Neubaus standen gemeinsam mit den Vertretern der Rohbaufirma Kutter am wunderschönen Sandhaufen. Lebenshilfe war durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Karsten Urban und Dr. Tatjana Rösch vertreten sowie die Werkstatträtin Heike Scherer, Werkstattleiter Franz Stöberl, Wohnstättenleitung Barbara Reiter und Sebastian Dirr (Bereichsleitung HR & Organisationsentwicklung). Beim anschließenden Pressegespräch präsentierte Karsten Zanor, in Vertretung für Dr. Heinz, das Bauprojekt von den ersten Ideen und Überlegungen über die Konzeption des Gebäudes und die Eckdaten bis zu den konstruktiven Gespräch mit Stadt Ulm. Dorthin richtet sich der Dank der Lebenshilfe für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung.

“Wir lieben die Lebenshilfe und freuen uns sehr, dass es mit der Lebenshilfe in Jungingen weitergeht", sagte Marion Schindler freudig. Die Lebenshilfe sei ein Teil des Ortes und man besuche sich sehr gern gegenseitig auf den Festen. Auch Oberbürgermeister Martin Ansbacher betonte die gute Zusammenarbeit und die Wichtigkeit des Angebots der Lebenshilfe: “Ich bin heute gerne gekommen, weil es mir wichtig. Danke, dass Sie Perspektiven schaffen.” Für Ansbacher zeigt sich eine Gesellschaft darin, wie sie mit Menschen umgeht die Hilfe brauchen. “Ulm ist eine soziale Stadt."

Während Heike Scherer für den Werkstattrat zum Spaten griff, übernahm ihr Kollege und Werkstattrat Andreas Dietz die Ansprache und erläuterte, dass die Beschäftigten schon lange fragten: “Wann kommt die neue Werkstatt?”  Mit dem Spatenstich werde nun sichtbar, dass es vorangeht. “Wir möchten uns bei unserem Werkstattleiter Herrn Stöberl bedanken, denn er hat von Beginn an in unseren Sitzungen über die Planungen berichtet."

Bei der Präsentation des Bauprojekts erklärte Karsten Zanor, dass dieser Baubeginn ein großer Meilenstein für die Lebenshilfe ist. Vor rund 18 Jahre begann der Gedanke für den Neubau, da die Instandhaltung des Gebäudeskomplexes von 1980 exorbitant gestiegen sind. Bei der Planung musste nun eine riesige Bandbreite an Anforderung an die Infrastruktur von Pflege für Schwerstbehinderte bis zu sehr mobilen und fitten Menschen, die gern auf den allgemeinen Arbeitsmarkt möchten, berücksichtig werden. Die Planung war herausfordernd für die Architekten, die jedoch beide viel fachliche Erfahrung sowie als Elternteil eines Menschen mit Behinderung auch persönliche Erfahrungen ein bringen können. 

Der Ersatzneubau umfasst ein (größtenteils) einstöckigen Gebäudekomplex mit
•    einem Förder- und Betreuungsbereich 
•    einem zweigeteilten Produktionsbereich mit mittig angeordnetem Lager, 
•    einem Verwaltungsbereich mit darunterliegender Kantine und Küchenbereich.
Um die Durchlässigkeit und Übergänge der Fördergruppen zum Arbeitsbereich zu gewährleisten, wird der Förderbereich zentral mittig angeordnet. Der Speisesaal bekommt auch einen Außenbereich und soll nicht den Charakter einer „Kantine“ haben.

Ein wichtiger Meilenstein wurde zudem mit den Erdbohrungen für die zukünftige Wärmeversorgung mittels Erdwärme erreicht. Damit setzt das Projekt auf eine nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung. Eine möglichst klimaneutrale Bau- und Betriebsweise ist für die Lebenshilfe leitend und wird erreicht durch: 
•    Eine energetisch und ökologisch ausgerichtete Bauweise
•    Nutzung erneuerbarer Energien wie Photovoltaik und Erdwärme 
•    Eine ökologische Gestaltung der Außenfassade und des Daches (Begrünung) 
•    Hohe Energieeffizienz (z.B. Wärmerückgewinnung von Maschinen) um Ressourcen nachhaltig zu schonen
•    Ladestationen für E-Fahrzeuge und E-Bikes
 

Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 21 Mio € und wird in Höhe von 4,52 Mio€ durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.